Die Errichtung und der Betrieb von Gebäudeautomationssystemen (GA) erfordern spezialisierte technische Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Diese Dienstleistungen stellen sicher, dass die Anlagen energieeffizient, sicher und bedarfsgerecht funktionieren. Wir bieten unseren Kunden umfassende Beratungs-, Ingenieur- und Serviceleistungen für die Gebäudeautomation in Industrie- und Gewerbegebäuden mit kritischen Umgebungen im gesamten Anlagenzyklus.
Die Gebäudeautomation stellt sicher, dass Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Feuchte, Druck etc. exakt eingehalten werden und ist damit ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung, um die Produkt-qualität und die gesetzliche Konformität (GMP/FDA) zu gewährleisten.
1. Errichtungsphase (CapEx)
In der Errichtungsphase liegt der Fokus auf präziser Planung, risikobasiertem Design und lückenloser Dokumentation, um die spätere Qualifizierung (GxP) nicht zu gefährden.
- Nutzeranforderungs-Spezifikation (URS): Definition der kritischen Prozessparameter (CPP) wie Temperatur, Feuchte und Druckkaskaden.
- Funktionale Spezifikation (FS): Übersetzung der URS in konkrete Software- und Hardware-Funktionen der GA.
- Risikoanalysen (FMEA): Identifikation kritischer Kontrollpunkte (z.B. Ausfall von Zuluftventilatoren in Reinräumen).
- Systemarchitektur-Design: Trennung von qualifizierungsrelevanten (GMP) und nicht-qualifizierungsrelevanten (BMS) Systemteilen zur Kostenoptimierung.
- Software-Engineering: Strukturierte Programmierung nach Standards wie ISA-88 oder GAMP 5.
- Schaltschrankbau & Montage: Fertigung nach DIN EN 61439 mit klarer Trennung von Signal- und Leistungskreisen.
- Inbetriebnahme & Pre-Commissioning: Loop-Checks, Kalibrierung der Sensorik und erste Funktionstests vor der offiziellen Qualifizierung.
- Qualifizierungsunterstützung (DQ, IQ, OQ): Erstellung und Durchführung von Testplänen zur Absicherung der regulatorischen Konformität (z.B. FDA 21 CFR Part 11).
2. Betriebsphase (OpEx)
In der Betriebsphase stehen der Erhalt des validierten Zustands, maximale Anlagenverfügbarkeit und die kontinuierliche energetische Optimierung im Vordergrund.
- Data Analytics & Monitoring: Auswertung von Trends zur vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance) kritischer Komponenten.
- Energetische Betriebsoptimierung (EBO): Feinjustierung von Fahrweisen (z.B. Absenkung von Luftwechselraten außerhalb der Betriebszeiten unter Einhaltung der Reinraumklassen).
- Obsoleszenz-Management: Langfristige Planung für den Austausch abgekündigter Controller oder Software-Versionen (Migrationskonzepte).
- Change Control Management: Ingenieurtechnische Bewertung und Dokumentation von Änderungen am GA-System zur Aufrechterhaltung des GxP-Status.
- Kalibrierservice: Turnusmäßige, akkreditierte Kalibrierung kritischer GxP-Sensoren im laufenden Betrieb.
- Wartung & Inspektion: Prüfung nach DIN 31051 / VDI 3810 Blatt 5 (Gebäudeautomatisierung) zur Vermeidung ungeplanter Stillstände.
- 24/7 Bereitschaft & Remote Support: Schnelle Reaktionszeiten bei Alarmen über gesicherte Remote-Zugänge (OT-Security).
- Backup- & Disaster-Recovery-Service:
Regelmäßige, automatisierte Sicherung von Systemdaten und Steuerungssoftware.
3. Schlüsselthemen im Life Science Sektor
- GAMP 5 Konformität: Ein strukturierter V-Modell-Ansatz steuert alle Phasen von der URS bis zur finalen Validierung.
- Cybersecurity (OT-Security): Schutz der GA-Infrastruktur gemäß IEC 62443 vor Schadsoftware und unbefugten Zugriffen.
- Nachhaltigkeit (ESG):
Balance zwischen extrem hohem Energiebedarf (z.B. durch hohe Luftwechselraten) und Dekarbonisierungszielen.
Abrechnung einzelner Leistungen
Die Abrechnung von Leistungen in der Gebäudeautomation (GA) ist komplex. Sie verknüpft klassischen Anlagenbau mit Software- und Netzwerkleistungen. Eine transparente Abrechnung sichert die Rentabilität für Fachplaner und Errichter und verhindert Nachtragsstreitigkeiten.
1. Abrechnungsgrundlagen von Supportleistungen:
Die Abrechnung für Supportleistungen an kundeneigenen Projekt- und Betriebsstätten erfolgt nach zu vereinbarenden Tagessätzen, zuzüglich der nachgewiesenen Reisekosten. Alternativ stehen wir Ihnen auch als Rahmenvertragspartner längerfristig zur Verfügung.
2. Abrechnungsgrundlagen von Projektleistungen:
Die Methode der Abrechnung hängt stark von der vertraglichen Vereinbarung ab.
- Einheitspreisvertrag (Abrechnung nach Aufmaß): Die erbrachten Leistungen werden exakt gezählt oder gemessen. Basis ist das Leistungsverzeichnis (LV).
- Pauschalvertrag: Abrechnung erfolgt nach Erreichen definierter Meilensteine. Risiko für Mengenänderungen liegt beim Auftragnehmer.
- Abrechnung nach Zeitaufwand (Regiestunden): Häufig genutzt für Fehlersuche, Software-Anpassungen außerhalb des LVs oder kurzfristige Änderungen.
Rechtliche und normative Rahmenbedingungen:
In Deutschland regeln spezifische Normen und Verordnungen die Honorierung und technische Strukturierung:
- HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure): Regelt das Honorar für die Fachplanung der Technischen Ausrüstung (Anlagengruppe 8: Gebäudeautomation). Die Abrechnung erfolgt nach den Leistungsphasen 1 bis 9.
- VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen): Insbesondere die VOB/B (Allgemeine Vertragsbedingungen) regelt Abschlagszahlungen, Schlussrechnungen und Stundenlohnarbeiten. Die VOB/C (DIN 18386) definiert die Abrechnungsregeln speziell für Gebäudeautomation.
- DIN 276: Regelt die Kostenplanung im Bauwesen. Die Gebäudeautomation fällt primär unter die Kostengruppe 480 (Gebäudeautomationssysteme).
Gliederung der Gewerke und Leistungspositionen:
Ein standardisiertes Leistungsverzeichnis für GA (oft nach GAEB-Standard) teilt die Abrechnungspositionen meist wie folgt auf:
- Hardware (Feldgeräte & Schaltschränke): Lieferung und Montage von Sensoren, Aktoren, Controllern (DDC-Komponenten) und Automationsstationen. Abrechnung erfolgt meist per Stückzahl.
- Kabelzug und Anschlussarbeiten: Oft ein separates Gewerk (Elektroinstallation), muss aber eng mit der GA abgestimmt und nach Metern bzw. Klemmenpunkten abgerechnet werden.
- Software-Engineering (Datenpunkte): Die Programmierung wird häufig auf Basis der Anzahl der Datenpunkte (physikalische, kommunikative und virtuelle Datenpunkte) kalkuliert und abgerechnet.
- Inbetriebnahme und Einregulierung: Abrechnung erfolgt meist als Pauschale oder nach Zeitaufwand für das Prüfen der Funktionen (Loop-Check) und das Erstellen von Prüfprotokollen.
- Dokumentation: Erstellung von Funktionsbeschreibungen, Software-Backups, Netzwerkplänen und Bedienhandbüchern. Oft an die Schlusszahlung gekoppelt.
